Öffentliche Entwurfsdiskussion: Strategiepapier DIGS

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jupppo
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Öffentliche Entwurfsdiskussion: Strategiepapier DIGS

Beitrag von jupppo » 19.09.2006 11:59

Liebe Kollegen,

dies ist der Entwurf eines Strategiepapiers, der uns helfen soll uns selber zu definieren. Wo stehen wir, was wollen wir und wofür treten wir ein. Vieles ist bereits hie und da bereits gesagt worden, vieles unausgesprochen, aber allen klar.
Ich erhebe weder Anspruch auf Vollständigkeit noch Richtigkeit und vieles arbeitet die bestehenden DIGS Strukturen mit ein. Ich möchte mich hier nicht als Erfinder verkaufen, sondern lediglich den Anstoß dafür geben, dass das Gebilde DIGS etwas greifbarer, fassbarer für alle wird.

Meine ausdrückliche Bitte an alle: Bitte hinterfragt den Text kritisch, stellt ihn in Frage und argumentiert dafür oder dagegen, ergänzt oder streicht. Aufgefordert seien alle Leser in diesem Forum
Idealer Weise soll er den Anstoß für eine klare strategische Ausrichtung der DIGS geben.
Irgendwann mal eingedampft auf ein, zwei Seiten die dem Leser unmissverständlich deutlich machen wo wir stehen.

Ich würde mich auch freuen, wenn wir einige Archäologen und Behörden mit in diese Diskussion mit einbinden können. Gibt es vielleicht einen eMail Verteiler, der es erlaubt den Link an zuständige Archäologen und Sachbearbeiter in den Gemeinden zu schicken?

Ich bitte um eure Mithilfe.


Nun, viel Spaß beim „reiben“:




1) Einleitung

Schatzsuche. Dieser Begriff erzeugt ein breites Spektrum an Assoziationen in den Köpfen vieler Menschen. Unweigerlich verbindet man Begriffe wie Schliemann, Indiana Jones und versunkene Galeeren mit diesem Begriff.

Herunter gebrochen auf unseren Alltag, stellt sich das ganze etwas bodenständiger dar: Menschen mit Metalldetektoren laufen durch Wald und Flur und fördern Verborgenes zu Tage. Zweifellos schwingt in den Köpfen dieser Menschen die Faszination des oben genannten mit. Allerdings differenziert sich dieses Bild bei näherer Betrachtungsweise mehr und mehr.

Leute, die mit Metalldetektoren durch Wald und Flur streifen, sind alles andere als eine homogene Gruppe mit einer einheitlichen Interessenslage. So gibt es Hobbyisten, die sich der Suche nach Meteoriten verschrieben haben, andere suchen nach Wertgegenständen an Badestränden, viele tauchen in die Geschichte eines Ortes ein, in dem sie über jahrhunderte Verborgenes wieder ans Tageslicht bringen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Auch gibt es eine Gruppe die versucht sich auf Kosten der Allgemeinheit und Einzelner zu bereichern.

Ein faszinierendes Hobby mit explosivem Konfliktpotential und einer enormen Verantwortung. Wir von der DIGS möchten uns dieser Verantwortung stellen. Dem aufrichtigen Sondengänger eine Chance geben, sein Hobby auszuüben, ohne das auf dem Rücken von jemand anderen auszutragen. Eine Brücke zwischen den Beteiligten bauen um am Ende eine Mehrwert für alle Involvierten zu schaffen.


2) Zielgruppe

Der Name DIGS steht für: Deutsche Interessengemeinschaft der Sondengänger. Bedeutet das: Die DIGS vertritt die Interessen von allen Menschen mit Metalldetektoren? – Wohl kaum. Die DIGS wird die Interessen jener Sondengänger vertreten, welche bereit sind sich den gemeinsamen Zielen zu verpflichten. Welche dies im Einzelnen sind wird im nächsten Kapitel erörtert.
Grundsätzlich geht es aber darum die Interessen der vielen verschiedenen Parteien zu berücksichtigen, versuchen zu verstehen und zu vermitteln.

Wie Eingangs bereits erwähnt, ist das Konfliktpotential enorm. Die DIGS wird mit Sicherheit nicht versuchen die Interessen von Raubgräbern zu vertreten. Auch haben wir keinerlei Interesse daran mit Leuten zusammenzuarbeiten, welche einen monetären Profit aus dem Hobby oder dem Umfeld schlagen. Dazu gehören Detektorhändler genauso wie Antikenverkäufer.

Wer Spaß an diesem Hobby hat und die Bereitschaft mitbringt gängige Gesetzeslagen zu respektieren, das Interesse der anderen Parteien zu verstehen wird bei uns sicherlich viele Gleichgesinnte treffen.



3) Zielsetzung

Ein Ziel im eigentlichen Sinne ist die Erreichung eines vordefinierten Zustands. Dies kann bei einem Läufer eine gewisse zurückgelegt Distanz sein oder in der Politik eine Mehrheit an Stimmen.
Wichtig an Zielen ist grundsätzlich das sie eine gewisse Messbarkeit aufweisen und den Zustand beschreiben welcher zu erreichen geplant ist. Je komplexer und dynamischer das jeweilige System ist, desto schwieriger wird es diesen Zustand zu beschreiben.

Umso wichtiger ist es seine Zielsetzung klar zu definieren.
Deshalb ist es auch wichtig das Ziel vom dem Weg dorthin zu trennen.

Wie wir alle wissen führen viele Wege nach Rom, manche sind gradlinig, manche verworren und wieder andere sehr gefährlich. Deshalb sollten neben den Zielen auch die zu benutzenden Wege klar definiert sein. Wie die Amerikaner so schön sagen: Clear do’s and dont’s.

Da sich Rahmenbedingungen oftmals ändern halte ich es für wichtig den Geist dieser Vereinbarung auch abstrakt festzuhalten, in einer Präambel.


3.1. Ziele – Präambel

Die DIGS fühlt sich den Interessen jener SondengängerInnen verpflichtet, welche sich in der Ausübung Ihres Hobbys dafür entschieden haben gängige Gesetzelagen zu respektieren. Ferner fördern wir Tätigkeiten die die wissenschaftlichen Informationen zum Wohle der Gesellschaft mehren und streben eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen Beteiligten staatlichen Stellen an.


3.2 Ziele – Ziele

- Die DIGS möchte eine Akzeptanz zwischen differenzierten Sondengängern und Behörden schaffen

- Die DIGS möchte die Möglichkeit zur Ausübung des Hobbys Sondengehen (Hobbyarchäologe, Heimatforscher) schaffen, welche die unterschiedlichen Interessenlagen berücksichtigt

- Die DIGS möchte Ansprechpartner der Behörden in Sachen Denkmalpflege und Sondengängerproblematik sein

- Die DIGS möchte die Kommunikation zwischen den differenzierten Sondengängern fördern und ein Bewusstsein für die belange der Denkmalpflege vermitteln.




3.3 Ziele – Wege

- Die DIGS möchte eine Akzeptanz zwischen differenzierten Sondengängern und Behörden schaffen
- Vorrausetzung hiefür ist eine Struktur, welche es ermöglicht beide Seiten aus der Anonymität zu bringen. Fest definierte Ansprechpartner auf allen Seiten auf regionaler Ebene. Die DIGS Ansprechpartner vermitteln die Ziele der DIGS zu der behördlichen Seite und die Problematiken der Ämter zurück zur Sondengeher-Seite. Gemeinsame Auktionen sind ausdrücklich gewünscht.



- Die DIGS möchte die Möglichkeit zur Ausübung des Hobbys Sondengehen (Hobbyarchäologe, Heimatforscher) schaffen, welche die unterschiedlichen Interessenlagen berücksichtigt
- Die DIGS informiert ihre Mitglieder über die juristischen Rahmenbedingen und Vorrausetzungen in ihrem jeweiligen Interessengebiet. Aus den Regionalgruppen wird der Kontakt zu den Gemeindebehörden und den zuständigen Stellen vermittelt. Ferner sollte ein enger Kontakt mit Entscheidungsträgern angestrebt werden um auf eine differenzierte Betrachtungsweise und eine klare Genehmigungspraxis hinzuwirken


- Die DIGS möchte Ansprechpartner der Behörden in Sachen Denkmalpflege und Sondengängerproblematik sein
- Die DIGS strebt eine beratende Funktion für die behördlichen Entscheidungsträger an. Maßnahmen, oftmals aus Unkenntnis oder Leistungsdruck erlassen, wirken sehr oft kontraproduktiv. Die DIGS möchte mit Hilfe emotionsloser Zahlen und Fakten die richtigen Maßnahmen im Sinne erreichen.


- Die DIGS möchte die Kommunikation zwischen den differenzierten Sondengängern untereinander fördern und Bewusstsein für die Belange der Denkmalpflege vermitteln.
- Die DIGS möchte die Belange der Denkmalpflege in der Sondengängerszene erklären und diskutieren. Angestrebt werden sowohl anonyme als auch öffentliche Diskussionen in den gängigen Foren oder bei jeweiligen Veranstaltungen



_________________________

Bitte seht dies, wie Eingangs erwähnt als Arbeitspapier. Vielleicht geling es uns ein gemeinsames Statement zu verfassen und zu veröffentlichen.
Daraus folgend kann man über weitergehende Publikationen in der Richtung, Organisationsform und Aktivitätsgebiete diskutieren.

Danke vorab.

Euer

Thomas Giehl
Liebe Grüße


jupppo

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Ruebezahl
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Beitrag von Ruebezahl » 19.09.2006 18:26

Hallo Thomas,
du wunderst dich über fehlende Reaktionen? Es traut sich keiner :wink:

Nein, eine wirklich gute Ausarbeitung! Trotzdem eine generelle Anmerkung.
Ich würde gern einige Dinge etwas konkreter ausformuliert sehen.
So setzt sich DIGS für eine praktikable Genehmigungspraxis in allen Bundesländern ein.
Ist zwar in deinem Vorschlag umschrieben aber nicht auf den ersten Blick zu erkennen.
Das nur mal als ein Beispiel. Gemeinsam können wir aus deiner Vorlage sicher ein sehr gutes Strategiepapier für uns entwickeln.
Ich bin mir nur über die Arbeitsweise noch nicht ganz im Klaren. Einer (Du?) muss die Vorschläge aufnehmen und einarbeiten. Sonst wird das „nur“ wieder eine Diskussion „des guten Willens“.

PS
Ich habe die Befürchtung, dass von dem hier in Arbeit stehendem Konzept, von „einfallslosen Kollegen“ abgeschrieben wird.
Viele Grüße
Carsten

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StefanGlabisch/Entetrente
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Hallo,...

Beitrag von StefanGlabisch/Entetrente » 19.09.2006 19:47

:D Hallo !
Klar trauen wir uns..... :wink:

Muß nur noch etwas für morgen vorbereiten. Aber : Gute Idee !

Bin gespannt was wir zusammen erarbeiten können.

Bis nachher.
Vermittler nur für faire Archäologen und meldewillige Sondengänger.

jupppo
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Beitrag von jupppo » 19.09.2006 20:27

Hallo Rübezahl,

gute Ergänzung. Ich hatte mir das auch eigentlich so gedacht: Erst einmal lange und hoffentlich auch kontroverse Diskussionen, dann würde ich das Ganze nochmals zusammenfassen und alle sollten es abnicken.
Ich bin mir bewußt, das es in einige Punkten konkreter sein müssen.
So fehlt mit Sicherheit die ein oder andere Zielsetzung, aber vor allem in den Wegen sollte dann doch einiges an Fleisch dran sein.

Wenn noch weitere Ideen, gute Anmerkungen und Vorschläge kommen bin ich mir sicher, dass wir gemeinsam einen überzeugenden Standpunkt entwickeln können.
Liebe Grüße


jupppo

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StefanGlabisch/Entetrente
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Also denn:

Beitrag von StefanGlabisch/Entetrente » 19.09.2006 21:47

:D Hallo und Guten Abend.

Dann wollen wir mal.
Die ursprünglichen Ziele aus der Gründungsphase von DIGS haben sich kaum verändert. So war es von Anfang an vorgesehen mit selbstbewußten und meldewilligen Sondengängern eine Annäherung an die Archäologie anzustreben. Dabei fanden sich zum Glück einige sehr erfahrene Kollegen, die diesen Schritt bereits gegangen waren und auch auf Achtung und Wertschätzung seitens der Ämter trafen.
Es erfüllte sich die Hoffnung das diese Kollegen bereit waren ihr Glück mit weiteren Meldewilligen zu teilen.

Wie wir schon zu Beginn feststellten lag viel Unglück und Missgeschick darin begründet das weder der Sondengänger selbst noch sein verantwortlicher Archäologe über die aktuelle Rechtslage und ihre Ausgestaltung Bescheid wußten.
Viel mehr schon wäre zu unser aller Gunsten möglich gewesen, hätte ein solches Informationsdefizit nie bestanden.
Selbst heute noch ist ein klares "DAS darf man + DAS nicht ! " eher selten anzutreffen.

Nun gut, DIGS ist es dran gelegen 1) alle Seiten über gegebene Möglichkeiten zu informieren
2) dabei keine Werbung für Neueinsteiger ins Hobby zu machen.
Die Gründe sind bekannt > Wir sind zu viele um sie kurzfristig verträglich unterzubringen.

Verträglich > wieder so ein Stichwort :
Im ersten DIGS-Jahr versuchten wir möglichst viele bereits tätige Sondengänger zu erreichen. Sie sollten davon überzeugt werden das durch eine offene Herangehensweise an die amtliche Denkmalpflege
ihnen die größte Anerkennung im Hobby winkt > die Integration in den Arbeitsbereich der Archäologie.
Man muß anerkennen : Das will nicht jeder. Und es ist auch kein MUß.
Es gibt durchaus auch Sachgebiete im Hobby die in der Regel die Archäologie nicht stören. Kommt es dennoch zu einem archäologischen Zufallsfund MUß aber der richtige Weg der straflosen Meldung gegeben
sein.
Auch darauf müssen wir als Vertretung aller meldewilliger Sondengänger achten.

Konnten wir im letzten Jahr überzeugen ?
Ja, ich denke schon. Es sind viele Vermittlungen (im dreistelligen Bereich) an die Archäologie gelaufen ohne das mir auch nur ein Fall bekannt wurde
wo es später nicht hinhaute.
Regional verschieden sind die Anforderungen. Von sehr einfach bis hochkompliziert und teils durch Gebühren oder Lehrgänge geprägt.
Doch es wurde egal was kam gut angenommen.

Ich denke es ist wichtig das die Sondengänger uns und unsere Arbeit kennen. Das man sich auch traut uns anzusprechen wenn der Wunsch besteht Informationen und Kontakte zu erhalten die einem den Weg vereinfachen können sein Hobby legal, vielleicht sogar geschätzt auszuüben.
Es ist einfach nicht nötig immer wieder die gleichen Fehler machen : sich verstecken , Funde zu horten, sie zu unterschlagen. Orte zu plündern die schützendwert sind.
Und dies oft genug nur weil man fehlinformiert ist oder mit den falschen Leute hantiert.

Es geht noch weiter. Brauche aber eine Pause.....
Vermittler nur für faire Archäologen und meldewillige Sondengänger.

Lojoer
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Beitrag von Lojoer » 21.09.2006 00:15

Hallo jupppo,
hast Dir ja mächtig Mühe gegeben. Ein gutes Papier, dass schon eine Menge wichtiger Punkte enthält. Der Hinweis von Rübezahl zu einer bundesweit praktikablen Genehmigungspraxis ist berechtigt und sollte auf jeden Fall eingearbeitet werden.

Ich selbst hätte folgende Passage anders formuliert und die roten Textpassagen gestrichen
Auch haben wir keinerlei Interesse daran mit Leuten zusammenzuarbeiten, welche einen monetären Profit aus dem Hobby oder dem Umfeld schlagen. Dazu gehören Detektorhändler genauso wie Antikenverkäufer.

Diese Formulierung reicht aus und umfasst alle Bereiche Antik-Verkäufer, Händler, Hehler. Auch der verantwortungslose Detektorhandel ist damit subsumiert. Den Detektorhandel generell von Gesprächen auszuschließen halte ich taktisch für nicht klug, besteht eventuell doch die Möglichkeit auch hier Einfluss zu nehmen.

Gruß Jörg
Ach ja wir wollen natürlich keine gemeinsame "Auktionen" sondern "Aktionen" :wink:
Gruß
Jörg

jupppo
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Beitrag von jupppo » 21.09.2006 19:00

Hallo Jörg,

gute Überlegung! Die abstraktere Formulierung ist in mehrfahcher Hinsicht hilfreich.

Bezügl. der Genehmigungspraxis:
Haltet Ihr es für besser dieses als seperates Ziel zu definieren oder detailliert ausformuliert unter dem Weg?


Grüße

T
Liebe Grüße


jupppo

El. Grabius
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2 weitere Punkte

Beitrag von El. Grabius » 22.09.2006 09:54

Hi Leute,

Sehr ansprechend was ihr bisher geschrieben habt. Dickes Lob ! Eine sehr wichtige und eine weitere anführungswürdige Ergänzung hätte ich noch:
Zu 1. Wäre es nicht wichtig vorneweg eine Rechtsform von DIGS festzulegen und genau zu definieren ? Sowohl von Archäologenseite als auch von "genehmungs-/meldewilligen Sondlern" ist es von Wichtigkeit zu wissen was DIGS eigentlich darstellt. Ein loser Zusammenschluß von Interessen ? Eine Vereinigung ? Gar ein Verein ? usw. usw. In diesem Zusammenhang denke ich je bestimmter desto besser. Grad im Zusammenhang mit amtlichen Ansprechpartnern.
Der zweite Punkt ist eine Stellungnahme zum Auffinden von Kampfmitteln und dem anschließenden Sondengängerverhalten, verbunden mit der Verständigung des Räumdienstes. Muß man nicht seitenlang breittreten aber für die öffentliche Meinung und der dadurch resultierenden Verstärkung des Sicherheitsgefühles der Bevölkerung ein nennenswertes Ziel. Der verantwortungsvolle Umgang mit diesen schrecklichen Kriegshinterlassenschaften dürfte, ganz nebenbei bemerkt auch sehr Medien- und Pressewirksam sein.

Viele Grüße El Grabius
Non soli cedit ! (Er weicht der Sonne nicht)

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Beitrag von jupppo » 22.09.2006 10:13

Hallo el. grabius,

danke für das konstruktive Feedback!
Ich denke, Du hast Recht mit Deinen Punkten. Allerdings halte ich es für besser Eins nach dem Anderen zu behandeln. Sobald die ziele und die Wege dorthin einigermaßen definiert sind, kann man sich für die Rectsform entscheiden, die am meisten Vorteile bringt.

Eine Frage an die Allgemeinheit:

Wohin denkt Ihr, passt das mit den Kampfmitteln am besten?
Liebe Grüße


jupppo

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StefanGlabisch/Entetrente
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Guten Abend...

Beitrag von StefanGlabisch/Entetrente » 22.09.2006 21:49

:D Guten Abend !

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal zur Gesellschaftsform einklinken.

Wir haben in der Vergangenheit öfter schon gemeinsam überlegt ob es Sinn mache sich diesbezüglich eine andere als die bisherige Form zu geben.
Das Ergebnis lief letztendlich immer auf diesen losen Verbund von
an der Sache interessierten Menschen hinaus.

Jeder bringe sich ein sogut er möge. Viele Talente vereinen sich für ein
gemeinsame Zielgebung. > Zum Erhalt und weiteren Ausbau des gemeinsamen Hobbys.

Wir helfen Kollegen die ihr Hobby legal ausüben wollen.

Es macht Spaß mit gleichgesinnten, netten Leuten an einem Strang zu ziehen. Ein Ziel zu haben.

Laßt uns aber bitte nicht dies hinein interpretieren:

Wir müßten ein Kopf und ein Arsch sein nur um als kompetenter Gesprächspartner für die Ämter z.B. die Archäologie zu gelten.....
Wir müßten öffentlich feste Ansprechpersonen stellen....
Müßten irgendwelche Sprecher wählen.....

ZUM GROßEN GLÜCK NICHT !

Das was wir hier im Forum besprechen IST DIGS-MEINUNG.
Das was hier stehenbleibt ohne das es ergänzt oder verändert wird
ist DIGS-pur.

Jeder kann gleichermaßen seine Stimme erheben, nachfragen, Thesen erstellen, Vorschläge machen, Vorschläge ablehnen oder befürworten.
HIER zählt Meinung. DIGS-Meinung.

Keiner ist hier besser oder schlechter.
Jeder kann überstimmt werden.

Bei uns kann man wirklich sagen > Nur DEINE Meinung zählt.

Äußere Kritik.....und vertrage sie auch.

So bestimmen wir gemeinsam die Richtung. Jederzeit nachlesbar für
ALLE die es interessiert.

Seltsam. Aber das ist DIGS.


Besten Gruß

Stefan
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Beitrag von Archaeos » 23.09.2006 07:43

jupppo hat geschrieben:....Bezügl. der Genehmigungspraxis:
Haltet Ihr es für besser dieses als seperates Ziel zu definieren oder detailliert ausformuliert unter dem Weg?


Grüße

T
Thomas,
Glückwunsch für Dein Dokument! Hervorragend formuliert. Was eine länderübergreifende Genehmigungspraxis angeht, da gibt es auch von den Landesarchäologen Bestrebungen, einen einheitlichen Umgang mit Sondengängern einzuführen. :idea:

Diese Sätze haben mir besonders gefallen:
Auch haben wir keinerlei Interesse daran mit Leuten zusammenzuarbeiten, welche einen monetären Profit aus dem Hobby oder dem Umfeld schlagen. Dazu gehören Detektorhändler genauso wie Antikenverkäufer.
Bravo für dieses Statement. Könnte von mir stammen :!: :!: :wink:
Gruss,
André

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Oha......

Beitrag von StefanGlabisch/Entetrente » 23.09.2006 09:46

Oha....
Wir müssen an diesem Punkt etwas aufpassen.

Natürlich liegt es im Interesse eines Detektorenhändlers seine Geräte zu verkaufen. Dies ist ganz klar.

Das kann man jedoch auf zweierlei Arten machen > ohne Rücksicht auf Verluste. Hauptsache das Gerät ist an den Mann gebracht.

Oder aber: Mit Vollständiger Beratung. Immer im Hinweis auf die Interessen des Denkmalschutzes, der Integration von Sondengängern, in Mitteilung der nötigen Kontakte.

Ein leuchtendes, positives Beispiel sehe ich hier z.B. in Thomas Schwarz. (Eifelsucher).

Das soll jetzt keine Werbung für seinen Detektorverkauf sein.
Sondern wir müssen sagen : Auch hier muß differenziert werden !
Der durch den Detektorverkauf entstehende "wahrscheinliche Schaden"
hebt sich sehr wahrscheinlich dadurch auf, das die Leute gut beraten und direkt in die richtige Richtung und auf die helfende Seite kommen.

Einige werden Thomas (und seine Art) nicht kennen.
Ich darf aber sagen > Er ist der DIGS-naheste Händler weit und breit.
Ich traue ihm sogar zu auf ein gutes Geräte-Geschäft zu verzichten ahnt er von einer folgenden illegalen Suchaktion.

Das muß und will ich ihm anrechnen.
Vermittler nur für faire Archäologen und meldewillige Sondengänger.

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Gleiches gilt...

Beitrag von StefanGlabisch/Entetrente » 23.09.2006 10:02

Gleiches gilt....
im übrigen auch für einen Antikenhändler > der nachweislich darauf achten
würde das alles mit rechten Dingen zugeht.
Keine Funde in den Handel kommen die auch nur den Hauch einer Ungewissheit seiner Herkunft lassen.

Leider ist mir ein Solcher jedoch noch nicht bekannt..... :wink:

Bewerbungen werden aber angenommen. :lol:
Vermittler nur für faire Archäologen und meldewillige Sondengänger.

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Re: Oha......

Beitrag von Archaeos » 23.09.2006 18:44

StefanGlabisch/Entetrente hat geschrieben:Oha....

Ein leuchtendes, positives Beispiel sehe ich hier z.B. in Thomas Schwarz. (Eifelsucher).

.... Er ist der DIGS-naheste Händler weit und breit.
Ich traue ihm sogar zu auf ein gutes Geräte-Geschäft zu verzichten ahnt er von einer folgenden illegalen Suchaktion.

Das muß und will ich ihm anrechnen.
Er ist der einzige Detektorhändler, den ich einigermassen ruhigen Gewissens überhaupt empfehlen kann und auch empfehle, wenn mich jemand fragt :wink:
André

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Beitrag von jupppo » 23.09.2006 19:28

Hallo Stefan!

Warum müssen wir an diesem Punkt aufpaasen? Auch ich kenne Thomas und halte in für Integer. Ich weiß auch, dass beim Amt für Bodendenkmalpflege ähnlich gedacht wird. Das ist aber gar nicht mein Punkt.
Mir geht es eher darum mitzuhelfen die DIGS zu definieren. Gerade wenn man zu here Ziele verfolgt, wie einheitliche Regelung für Genehmigungen, ist es wichtig das die Ansprechpartner genau wissen:

- Was ist genau die DIGS
- Wofür stehen sie
- Wer sind sie

Die DIGS hat zweifellos einen ganz guten Ruf, aber dieses ist auf einzelne Personen wie Dich und Jörg zurückzuführen. Aber ich denke die DIGS ist nun an einem Punkt, wo es etwas mehr braucht.
Gerade in der letzten Zeit sind einige Personen hinzugekommen. Was, wenn ein oder zwei dieser Leute plötzlich in Verruf kommen, weil sie Scheiße bauen oder weil sie offenkundig andere Ziele verfolgen?

Du schreibst, etwas patetisch wenn ich das sagen darf, wir alle sind DIGS, alles was hier geschrieben wird ist der Geist von DIGS.
Gilt das auf für die Postings von Jens zB?
Wo ist die Grenze zu unseren Zielen und denen anderer Sondengänger?

Aus diesem Grund habe ich versucht etwas mehr Struktur hereinzubringen, indem ich in paar Thesen in den Raum stelle, denn ich denke das es an diesem Punkt wichtig ist, dieses mal etwas präziser festzuhalten. So zu sagen einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu schaffen auf den sich alle, die sich als DIGS fühlen, verständigen können.

Meines Erachtens gehen meine (unsere?) postulierten Ziele nicht einher mit Profit. Sei es auf detektorhändler Seite, noch auf der antikenhandel Seite.
Es geht nicht um die Leute an sich, eher um eine prinzipielle Ausrichtung. Das heisst keineswegs, das man keine Zusammenarbeit oder Kooperation anstrebnen sollte.
Aber: Sind diese Leute auch DIGS?

Ich halte es für sehr gefährlich keine klare Grenze zu ziehen, denn wer entscheidet letztendlich über "Gut und Böse"?

Ein gutes Beispiel ist GENESIS. Aus unserer Sicht sind deren "Hintermänner" überspitzt formuliert böse, weil wir davon ausgehen das hier Egoismus und Profitstreben das Ganze bestimmen. Wenn allerdings Leute wie Thomas Schwarz offiziell zur DIGS gehören (was immer das heissen mag - ich denke das sollte auch definiert werden!), besteht die Gefahr, dass man sich nicht mehr distanzieren kann und irgendwann in einen Topf geworfen wird.

Nochmals, ich denke es ist mit Sicheheit von Vorteil, wenn man Händler dazu bringen kann bessere Aufklärung zu betreiben, aber:
Ein Teil von DIGS kann und soll das, in meinen Augen, nicht sein.

Irgendwie hab ich den Eindruck ziemlich viele Leute mit meinem Posting erschlagen zu haben. Aber ich bitte nochmals ALLE Leser!
Äußert Euch dazu. Denn nur so kommt eine konstruktive Diskussion zu Stande.


CU
Liebe Grüße


jupppo

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