Urteil zum Detektoreinsatz

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Denarius
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Beitrag von Denarius » 23.12.2008 10:40

Morgen!

In punkto Unberührtheit des Waldes wollte ich meiner zuständigen Archäologin in Bälde einmal ein kleines Dossier vorlegen. Alleine ein Blick auf Luftbildaufnahmen genügt oftmals, um die Umwälzungen des Waldbodens aufzuzeigen.

Nehmen wir z. B. den "Mürrel" unterhalb von Nettersheim. Die noch wirklich unberührten Flecken, nämlich hübscher Laubwald, ggfls. Mischbestand, nehmen lediglich noch 10 Prozent der Gesamtfläche ein. Der Rest sind neu gepflanzte, gerade "geerntete", oder vom Sturm von dannen geblasene Fichtenkulturen. Wer diese durchschreitet sieht schnell, dass der Boden hier mindestens bis in eine Tiefe von 30cm gestört ist und wird. Eher anzunehmen sind i. d. R. wohl 40cm. Oftmals sind das keine Wälder mehr im ursprünglichen Sinne, sondern eher industriell genutzte Tannenplantagen, durchzogen mit tiefen Fahrspuren und Schlepprinnen gefällter Bäume. "Sicher" liegen BDs eigentlich nur im Laubwald, - und auch das nicht dauerhaft.

Erst gestern habe ich mir noch eine unter Wald gelegene römische Siedlungsstelle angeschaut. In den Beschreibungen anno 1940 wird diese unter Laubwald liegende Siedlung als deutlich erkennbare Wüstung, mit drei als Trümmerhügel erkennbaren Gebäuden angesprochen. Ein Gräbchen gesellte sich auch noch dazu. Heute ist davon nichts mehr zu erkennen, - außer reichlichen Ziegeln in der nunmehr nivellierten Oberfläche. Der Laubwald ist einer Fichtenkultur gewichen. Diese wird gerade "aufgeräumt", nachdem eine böse Windböe die Hälfe der Tannen getilgt hat. Keine Hügel mehr, auch kein Graben. Das Gelände sieht aus wie ein Schlachtfeld. Würde hier eine Grabung stattfinden, müßte man bis zum Erreichen der ungestörten Bodenschichten mind. 40cm abschieben.

Suchen im Wald ist daher unter bestimmten Prämissen nicht nur sinnvoll, sondern imho auch notwendig.

Gruss,
Denarius

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