Endlich, Ebay arbeitet mit den Denkmalbehörden zusammen ...

Warum gibt es Archive? Warum sind Befunde meistens wichtiger als Funde? Warum ....?

Moderatoren: jupppo, Lojoer

Archaeos
Beiträge: 661
Registriert: 23.10.2005 08:49
Wohnort: Luxemburg

Endlich, Ebay arbeitet mit den Denkmalbehörden zusammen ...

Beitrag von Archaeos » 10.10.2006 08:26

Hallo,
Pierre Angeli, Sekretär der Fnudem (dem Gegenstück von DIGS in Frankreich), hat mir gestern folgenden Link geschickt:
http://www.computeractive.co.uk/compute ... op-illegal
Hierin steht dass ebay.co.uk ankündigt, mit den britischen Denkmalbehörden zusammenzuarbeiten, um den Verkauf von illegal geborgenen Kulturgütern zu unterbinden. Wann geschieht dies endlich auch in den anderen Ländern (Deutschland, Frankreich, ...), wo ebay eine Filiale hat?
André

Benutzeravatar
Gladiator
Beiträge: 288
Registriert: 23.02.2006 16:16
Wohnort: NRW

Beitrag von Gladiator » 10.10.2006 08:35

Meine These für eine Antwort:

Dann wenn Ebay-DE / FR genügend schwarze Zahlen schreiben um anschl. das Image aufzupolieren :)
SkypeME: gladiator30plus

jupppo
Beiträge: 247
Registriert: 13.09.2006 14:14
Wohnort: Köln

Beitrag von jupppo » 10.10.2006 10:54

An den schwarzen Zahlen dürfte es wohl kaum scheitern!

Ich glaube auch nicht, dass sich das Problem über den Handel in den Griff bekommen lässt.

Es führt eher dazu, dass Fundorte und Funde umdeklariert werden.

Im Grunde finde ich das jetzige System gar nicht so schlecht, da es immer noch genug Dumme gibt, die offen in die Artikelbeschreibung schreiben, das es sich um Detektorfunde aus dem Inland handelt. So ergibt sich zumindest für die Strafverfolgungsbehörden ein Anhaltspunkt.

Würde eine entsprechende Deklaration von eBay vor dem Verkauf verlangt werden, hätte dies zur Folge, das alle Funde ausschließlich aus Altsammlungen und legalen Quellen stammen würden, zumindest offiziell!

Hier geht es leider ausschließlich um das aufpolieren des eBay Image.
Liebe Grüße


jupppo

Skarven
Beiträge: 5
Registriert: 12.08.2007 18:53
Wohnort: Köln

Funde aus Raubgrabungen vom Balkan bei Ebay

Beitrag von Skarven » 12.08.2007 20:12

Ich bin Journalist und habe etwas recherchiert. Dabei habe ich festgestellt, dass Funde aus Raubgrabungen in Serbien, Bulgarien und Rumänien bei Ebay angeboten werden. In diesen Ländern weiß man nichts davon, folglich tappen die Behörden dort total im Dunkeln. Es ist unglaublich, mit welcher unverhohlenen Dreistigkeit diese Artikel bei Ebay angeboten werden. Habt Ihr ähnliche Beobachtungen gemacht?

Benutzeravatar
StefanGlabisch/Entetrente
Site Admin
Beiträge: 2742
Registriert: 16.10.2005 13:31
Wohnort: Düsseldorf

Hallo ....

Beitrag von StefanGlabisch/Entetrente » 12.08.2007 20:37

:D Hallo Skarven,

natürlich wissen die Behörden nur zu gut was da alles so über ihre Grenze gebracht wird.
In manchen Ländern ist es wohl an der Tagesordnung das gewaltige Tiefpflüge ganze Gräberfelder umwerfen und z.B. Schulkinder die auf der Oberfläche liegenden Antiken zusammensammeln.
Per kg werden sie von der Grabungsmafia dafür bezahlt. Natürlich für einen Hungerlohn.

Das mag kaum zu glauben sein, aber es gab seinerzeit angeblich ein Krankenhaus in Russland das West-Medikamente auf diese Art bezahlte.

Hier mal einen für dich bestimmt interessanten Link:



http://www.nationalgeographic.de/php/ma ... story3.htm
Vermittler nur für faire Archäologen und meldewillige Sondengänger.

Skarven
Beiträge: 5
Registriert: 12.08.2007 18:53
Wohnort: Köln

ganz dummdreist und unverhohlen

Beitrag von Skarven » 13.08.2007 17:56

Ich habe einen der Anbieter nach der Herkunft der Funde gefragt. Und er hat sogar ganz ehrlich und in gebrochenem Englisch geantwortet. Unglaublich, aber jetzt habe ich sie!

Benutzeravatar
StefanGlabisch/Entetrente
Site Admin
Beiträge: 2742
Registriert: 16.10.2005 13:31
Wohnort: Düsseldorf

So...

Beitrag von StefanGlabisch/Entetrente » 13.08.2007 22:16

Hallo Skarven,
vermutlich läßt sich so kaum etwas dagegen unternehmen.


Es sei denn : Man kauft diese Funde nicht !
Und klärt (gerade in deinem Beruf !!) möglichst viele Menschen über die Umstände auf unter denen die Antiken hier angeboten werden können.
Dann regelt das der Markt.

NUR DAS funktioniert.


Besten Gruß

Stefan
Vermittler nur für faire Archäologen und meldewillige Sondengänger.

Skarven
Beiträge: 5
Registriert: 12.08.2007 18:53
Wohnort: Köln

Beitrag von Skarven » 16.08.2007 20:15

Wenn der Artikel veröffentlicht ist, schreibe ich hier mehr darüber. Noch geht es nicht.


Grüße!

Benutzeravatar
StefanGlabisch/Entetrente
Site Admin
Beiträge: 2742
Registriert: 16.10.2005 13:31
Wohnort: Düsseldorf

Beitrag von StefanGlabisch/Entetrente » 16.08.2007 21:06

:D Hallo Skarven,

da würden wir uns sehr darüber freuen.

Nachdem Thomas Claus, Berlin hier:
http://www.landesarchaeologen.de/publ/k ... m2005.html
berichtete ist es oftmals gerade für Journalisten schwer an die nötigen Informationen zu kommen.

Wir sind gespannt.


Besten Gruß
Vermittler nur für faire Archäologen und meldewillige Sondengänger.

Skarven
Beiträge: 5
Registriert: 12.08.2007 18:53
Wohnort: Köln

Artikel in Netzeitung

Beitrag von Skarven » 11.09.2007 19:52

Der Artikel: http://www.netzeitung.de/internet/723154.html
Ich habe inzwischen einiges mehr erfahren und würde ihn jetzt anders schreiben. Aber der Artikel steht für meinen damaligen Kenntnisstand.

Benutzeravatar
StefanGlabisch/Entetrente
Site Admin
Beiträge: 2742
Registriert: 16.10.2005 13:31
Wohnort: Düsseldorf

Hallo....

Beitrag von StefanGlabisch/Entetrente » 11.09.2007 21:59

:D Hallo Skarven,
der Artikel ist mir direkt positiv aufgefallen. Sehr gut geschrieben !

Wobei dieses ja ein Witz ist : " Zudem betont Ebay in Bezug auf seine Richtlinie, dass die Entscheidung, ob Angebote mit ihren Grundsätzen im Einklang stehen, allein beim Unternehmen selbst liege."

Das hieße nämlich das auch jeder Hehler sich dies auf die Fahnen schreiben könnte. Läge ja in seinem Ermessen was er da verkauft.

Nun, man wird auf Dauer auch Ebay "zumuten" müssen sich die Waren (in dem Fall halt problematische Antiken) genau anzusehen.
Und liegt eine Straftat vor wäre auch Ebay reif.

Fragt sich nur ob der "politische Wille" in Form käuflicher Menschen dies überhaupt will oder durchdrücken mag. :roll:

Prima Artikel ! Mache weiter so.

Besten Gruß
Vermittler nur für faire Archäologen und meldewillige Sondengänger.

Skarven
Beiträge: 5
Registriert: 12.08.2007 18:53
Wohnort: Köln

Beitrag von Skarven » 12.09.2007 06:14

Danke! :D

Benutzeravatar
Daniel
Beiträge: 273
Registriert: 16.02.2006 15:13
Wohnort: Großherzogthum Baden

Beitrag von Daniel » 12.09.2007 11:09

Kann es sein,daß Ebay bei Geboten über 100 Euro neuerdings die Bieternamen ausblendet? :shock:
Bin jetzt schon über ein paar Auktionen gestolpert, wo es dann nur Bieter 1,Bieter2 etc. heißt.
Als Beispiel:http://cgi.ebay.de/Bartmannskrug-origin ... dZViewItem
Da wird dem Schmuh aber alle Türen geöffnet. :shock:

Gruß Daniel

Benutzeravatar
Pfälzer/Jürgen Hahn
Beiträge: 823
Registriert: 01.10.2006 14:22

Beitrag von Pfälzer/Jürgen Hahn » 12.09.2007 12:59

Hi Daniel. :D

Nee, der Verkäufer schließt von Anfang an die Käufernamen aus. :cry:

Und je nach Rangfolge der Gebote, bleibt der Bieter mit Nummer in der Anzeige. Bisher stand dort halt, Mitgliedsname wird nicht veröffentlicht, oder so ähnlich. Jetzt behält jeder Bieter seine Nummer.

Jürgen

Benutzeravatar
Daniel
Beiträge: 273
Registriert: 16.02.2006 15:13
Wohnort: Großherzogthum Baden

Beitrag von Daniel » 12.09.2007 20:46

Nene,daß ist nicht nur bei Antikem,sondern auch bei Autos,Mofas und anderen Sachen,die über 100 Euro gehen. :roll:

Gruß Daniel

Antworten