Erfahrungsbericht Sachsen

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bobbymcghee
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Erfahrungsbericht Sachsen

Beitrag von bobbymcghee » 18.07.2006 10:25

Ein Weg mit guten Aussichten

Ich schreibe diese Zeilen nicht um zu zeigen wie schlau oder sonst was ich bin. Wie wurde ich mal geanannt „Herr Oberlehrer“ glaube ich……. Smile! Nein, ich schreibe sie um interessierte Sondler zu ermutigen den Schritt zu waagen. Und sich nicht beirren zu lassen von engstirnigen, den Blick verloren habenden Dunkelsondlern, die es ja auch reichlich zu geben scheint.

Einige von Euch kennen mich ja. Ich sondle jetzt seit knapp 2 Jahren und bin den Weg über das Landesamt und der Genehmigung gegangen. Als ich anfing und damals noch bei Heimdall verlauten lies dass ich mich um eine Genehmigung in Sachsen bemühen möchte wurde ich ausgelacht, belächelt und mir wurde abgeraten. „Sie haben dann Deinen Namen und Adresse, Du bekommst eh keine, Du gräbst Dir selbst ein Loch in das Du hinein fallen wirst…..“ u.s.w. Zum Glück, und das muss ich wirklich sagen, zum Glück lies ich mich nicht von meinem Vorhaben abbringen. Nach ca. 11 Monaten hatte ich die Genehmigung in den Händen, mir wurde ein erfahrener Archäologe zur Seite gestellt und eine gute Zusammenarbeit begann. Im Januar vorigen Jahres traf ich mich mit anderen Sondlern aus Sachsen, alles prima Leute, wir verstanden uns gut und wir hielten alle ca. 6 Wochen einen Stammtisch ab. Hier wurden Erfahrungen ausgetauscht, ich informierte über den Stand der Dinge in Bezug auf meine Genehmigung, über den Kontakt zum Landesamt u.s.w., weitere Vorgehen wurden besprochen und Meinungen ausgetauscht. Mittlerweile haben sich alle Kollegen auch beim Landesamt gemeldet. Ihre Funde abgegeben und den illegalen Weg den Rücken gekehrt. Die neuen Regelungen in Sachsen kennt Ihr ja. Die Selbstanzeige ist bei den meisten ohne Komplikationen eingestellt wurden, das Vertrauen das wir in das Landesamt setzten wurde uns bestätigt. Diesen Sommer beginnen noch die Schulungen mit anschließender Prüfung.
Zur Zeit werde ich vom Landesamt auf einer riesigen Ausgrabung in einem Tagebau eingesetzt. Nach 4 Suchgängen wo ich die Halden sondiere, habe ich auch schon einen kleinen Erfolg verzeichnen können. Ein bronzezeitliches Medailon konnte vor dem Abtransport gesichert werden. Die Arbeit mit den Archäologen macht sehr viel Spaß und Freude. Ich werde respektiert und anerkannt, meine Arbeit wird geschätzt und man vertraut auch mir. Ich bin darauf sehr stolz!!! In Sachsen hat man erkannt, das sich der Einsatz von uns willigen und vertrauenswürdigen Sondlern lohnt. Eine zweite Ausgrabung eines Bebauungsplanes wurde mir auch schon angeboten.
Mir persönlich gibt der Einsatz auf den Ausgrabungen einen noch höheren Stellenwert. Ich kann mein Hobby zum Wohle der Allgemeinheit ausüben, werde an Stellen eingesetzt wo es sich lohnt zu suchen, die Frage des Eigentümers ist geklärt. Ich fühle mich freier. Die Absprachen mit den Archäologen klappen hervorragend, man lernt sehr viel dazu. Ich hoffe durch noch weitere schöne Funde der ganzen Arbeit noch den entsprechenden I-Punkt geben zu können.

Also zum Schlusswort dieses Beitrages. Das Landesamt in Sachsen hat seinen Blickwinkel sehr erweitert in Bezug auf uns Sondler. Es reicht uns die Hand!!! Die Erfahrungen haben gezeigt, dass alles Hand und Fuß hat. Die gesagten Worte wurden wie besprochen umgesetzt. Jetzt liegt es an Euch, Euren Blickwinkel zu erweitern und sich zu distanzieren von ungesetzlichen Handlungen und Sondlern.

Ich bitte Euch für Fragen direkt mit dem Landesamt in Kontakt zu treten:

Wolfgang.Ender@archsax.smwk.sachsen.de
Judith.Oexle@archsax.smwk.sachsen.de 0351/8 92 66 01

Ich selbst gebe keine weiteren Auskünfte über die Verfahrenspraxis und die gesetzlichen Bestimmungen.
Ich wünsche Euch viel Erfolg und den nötigen Rückhalt.

Mit den besten Grüßen
Bobby

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